Gesetzliche Krankenversicherungen: Test

Wer aufgrund der Pflichtversicherungsgrenze in Höhe von 4.237 Euro fünfzig brutto pro Monat oder 50.850Euro brutto pro Jahr keine Möglichkeit hat, sich privat zu versichern, muss in einer gesetzlichen Krankenkasse abgesichert werden. Auch hier gibt es, im Gegensatz zur landläufigen Meinung, durchaus Unterschiede, nicht nur was die Tarife, sondern auch was die Leistungen betrifft. Hinzu kommt, dass viele gesetzlich Versicherten nicht wissen, welche Extras die Krankenkassen übernehmen müssen, so zahlen sie oftmals noch etwas mehr als eigentlich sowieso nötig. Stiftung Warentest und DISQ haben regelmäßig gesetzliche Krankenversicherungen im Test.

Gesetzliche Krankenversicherungen – welche Sonderleistungen werden übernommen

Laut Stiftung Warentest übernehmen drei von vier Krankenkassen auch homöopathische Behandlungen, wenn diese von Schulmedizinern mit anerkannter Zusatzausbildung verordnet werden. Typisch für die Homöopathie ist eine ausführliche Aufnahme der Krankheitsgeschichte, die bis zu einer Stunde dauern kann – für einen Mediziner bei einer normalen Behandlung ein untragbarer Kostenfaktor. Um die Praxiskosten durch die Zahlungen der gesetzlichen Krankversicherung decken zu können, stehen ihm maximal zehn Minuten pro Patient zur Verfügung. Auch Gesundheitskurse sind im Rahmen einer gesetzlichen Versicherung möglich. Dazu gehören Entspannungsübungen, Rückentraining oder auch Antiraucherkurse. Diese Sonderleistungen wurden zwischen vierhundert und fünfhundert Euro, wie die Krankenversicherungen im Test zeigten, von einigen Orts- und kleinen Betriebskrankenkassen bezahlt. Welche gesetzliche Krankenversicherung im Test besonders gut war, zeigt sich bei der Versorgung im Krankheitsfall. Obwohl für alle Kassen dieselben Gesetze gelten, waren hier die Unterschiede auffallend groß. Allerdings gilt die Einschränkung, dass auch die Ärzte, Kliniken und Patienten mit verantwortlich sind, sodass das Ergebnis etwas mit Vorsicht betrachtet werden muss. Zu den wichtigen Kriterien gehören die Extras bei der Hauskrankenpflege, die nicht nur für ältere Menschen, sondern zum Beispiel nach einem Unfall auch bei jüngeren Menschen durchaus relevant sein können. Mehrleistungen beinhalten eine Haushaltshilfe für Alleinstehende ohne Kinder oder Pflegedienstleistungen, die über eine Medikamentenversorgung hinausreichen.

Die besten Krankenversicherungen für einen Wechsel

Grundsätzlich gilt, dass der persönliche Kontakt zur Krankenkasse nicht bezahlbar ist. Sind gute Erfahrungen mit dem Sachbearbeiter vorhanden und die Leistungen zufriedenstellend, sollte über einen Wechsel sehr genau nachgedacht werden – auch wenn die gesetzliche Krankenversicherung im Test nicht zu den besten drei zählte. Besonders wenn eine komplizierte oder chronische Krankheitsgeschichte vorliegt, gibt es bei Fragen oder für schwierige Anträge keinen besseren Weg als das persönliche Gespräch. DISQ untersucht gesetzliche Krankenversicherungen im Test auf drei Kriterien als Grundlage für die Leistungsbewertung. Diese waren, welche Zusatzleistungen die Gesetzliche übernimmt, wie der Service läuft sowie wie die Kompetenz und Freundlichkeit der Mitarbeiter aussieht. Laut DISQ ist die beste gesetzliche Krankenkasse die Techniker Krankenkasse. Dort werden die Naturheilverfahren anerkannt, das Bonusprogramm hilft den Versicherten zu sparen, dazu hat die Kasse einen guten Service vorzuweisen. Die BKK Mobil Oil, Nummer zwei der Rangliste, zeigte ihre Stärke in der telefonischen Beratung und den überdurchschnittlichen Mehrleistungen. Rang drei erreichte die SBK Siemens BKK mit einem umfassenden Filialnetz und guter Erreichbarkeit der freundlichen Mitarbeiter. Den besten Service hatte allerdings die BKK bei den Krankenversicherungen im Test. Schwäche zeigten alle Krankenkassen beim E-Mail-Verkehr, sowohl was die Individualität als auch die Vollständigkeit der Antworten betraf. Dass die Rechtschreibung teilweise Fehler aufwies, darf vernachlässigt werden. Im Endeffekt schnitten alle gesetzliche Krankenversicherungen im Test relativ gut ab, doch nicht alle nutzen den vorhandenen Spielraum zugunsten ihrer Mitglieder. Bei den chronisch Kranken befinden sich die Leistungen aller Kassen auf hohem Niveau.


 

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